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Martina Lippuner  //  Martina Lippuner

Ich habe Umweltingenieurwesen studiert und befasse mich mit diversen Themen aus Natur und Wissenschaft. Zurzeit arbeite ich als Communication Manager beim WWF Madagascar.

Jul 31 / 3:50am

Wenn Fliegen hinter Fliegen fliegen...

Wer eine nach oben gerichtete Ständerlampe besitzt und gerne bei offenem Fenster arbeitet, kennt den Geruch von verbrannten Insekten. Ein höllischer Geruch nach Tod und Verderben. Doch was hat das Fluginsekt (Pterygota) kurz vor dem Verbrutzeln getan? Zielstrebig ist es auf die Lichtquelle zugeflogen und hat sich auf die tödliche Glühbirne gesetzt. Restlos geklärt ist dieses Phänomen nicht, hier eine mögliche Theorie:

Insekten besitzen sogenannte Facettenaugen, die aus tausenden lichtempflindlichen Einzelaugen (Omatidien) bestehen. Diese Einzelaugen kann man sich wie Pixel am Bildschirm vorstellen. Zwar ist die Bildauflösung dieser Augen beschränkt (wie bei einer digitalen Fotografie), doch das zeitliche Auflösungsvermögen von Insektenaugen stellt dasjenige unserer Augen bei Weitem in den Schatten. Schaffen wir es, pro Sekunde etwas 24 Einzelbilder wahrzunehmen, so sind es bei Insekten um die 300 pro Sekunde. Ein unschätzbarer Vorteil wenn man schnell unterwegs ist! Zur Orientierung verarbeiten die Einzelaugen von Insekten Sonnenlicht, Lichtstrahlen also, die beinahe parallel zueinander auf die Erde treffen. Nun sind Glühbirnen aber Lichtquellen, die das Licht radial streuen, also keineswegs parallel. Insekten geraten in einen richtigen Lichtstrudel, der sie verwirrt, weil eine radial abstrahlende Lichtquelle nicht in ihr Konzept passt. Und verhalten sich dann so:

 

Die Flugmuster von Insekten sind unterschiedlich, genau wie auch der Bau ihrer Flügel. Es gibt verhornte Deckflügel, Schwingkölbchen, Hautflügel und geschuppte Schmetterlingsflügel. Klar, dass sich das Fliegen damit auch unterschiedlich anfühlt. Kleine Insekten zum Beispiel "schwimmen" in der Luft, die für sie zäh ist wie Wasser. (Wenn Luft klebrig wird (PDF) )

(download)
Bilder: Rolf Nagel, www.Insektenflug.de