Traubengrosse Einzeller schleichen über den Meeresboden
Foto: Mikhail V. Matz, Tamara M. Frank, N. Justin Marshall, Edith A. Widder and Sonke Johnsen 
Gromia sphaerica sind übergrosse Amöben in den Tiefen der Meere und werden bis 4 Zentimeter gross. Dies ist für Einzeller geradezu gigantisch. Auch der Bau des Organismus' ist vergleichsweise simpel. So besteht er aus 3 Hüllen, die einen Hohlraum umschliessen. Darin ist ausser einzelnen Kotpillen nichts zu finden. Interessant sind die Poren, aus denen so genannte Scheinfüsschen ragen. Nun dienen diese aber nicht der Fortbewegung - Nein,das Ding frisst sich mit ihnen vorwärts. Indem diese Scheinfüsschen nämlich die extrem nährstoffreiche Sedimentschicht auf dem Meeresboden aufnehmen und "hinten" wieder rauslassen bewegen sie sich langsam vorwärts. Dabei hinterlassen sie eine Spur. Und genau diese Spur hat das Potential die Evolutionsgeschichte umzuschreiben.

Bisher gingen die Forscher nämlich davon aus, dass erst Lebewesen ab den so genannten "Bilateria" oder "Zweiseitentieren", Mehrzeller mit genau einer Symmetrieachse eine solche Spur hinterlassen können. Und weil es Fossilien solcher Spuren aus Zeiten vor der "Kambrischen Explosion" (Zeit, in der die Bildung neuer Arten explosionsartig zunahm) gibt, glaubte man, dass spurenmachende Zweiseitentiere schon viel älter sein müssen. Wie es der Blogger Clive Thompson schön formuliert:
"But now it looks as though all those pre-Cambrian seabed trails could have been left by rolling, grape-sized ameobas. Maybe — who knows? — the Cambrian explosion happened even more psychotically quickly than we think. Maybe bilateria weren’t kicking around for millions of years later than we suspect."
Der Weg von der Amöbe zum Menschen ist kürzer geworden.

